Klosterkirche Nordshausen Klosterkirche Nordshausen

Der Klostergarten gegenüber der Kirche ist eine schöne Anlage. Eine kleine Gruppe Freiwilliger kümmert sich darum, weitere Helfer sind herzlich willkommen. In einem festen Gartenhaus sind die Arbeitsgeräte untergebracht.

Das Gesamtgelände von ca. 1600 qm besteht zum größeren Teil aus einer Wiese mit einigen Obstbäumen. Der vordere Bereich wurde vor einigen Jahren von Berufsschülerinnen und -schülern unter fachlicher Leitung von Anja Durstewitz und Christian Breindl nach tradierten Vorlagen gestaltet. In acht Parzellen findet man Heilkräuter wie Baldrian zur Beruhigung der Nerven, Beinwell und Arnika für die Wundbehandlung, Sauerampfer und Liebstöckel als Immun-Stimulantien, die Nachtkerze und den Alant gegen Hauterkrankungen, für die Atemwege Lungenkraut und Salbei sowie für Magen und Darm Bohnenkraut, Beifuß und Eibisch, um nur eine kleine Auswahl zu nennen.

In einem zweiten Beet sind seit 2003 Küchenkräuter angepflanzt. Es wurde von Martina Doll (Kunstwerkstatt Marbachshöhe), Martin Sulzbacher (Querbeet)und Iris Hartmann (Pflanzenhof) angelegt und hat die Form eines Rades mit acht Speichen. Die Felder tragen Thymian und Estragon, Melisse, Ysop und anderes.

Die Pläne (siehe ganz unten) gehen letztlich auf den berühmten St. Gallener Klosterplan zurück, der zur Zeit Karls des Großen entwickelt und von seinem Sohn Ludwig dem Frommen im Rahmen einer allgemeinen Klosterreform verbindlich gemacht wurde. Darin wird erstmals systematisch getrennt zwischen Gemüsegarten (mit 18 Arten), Heilkräutergarten (mit 16 verschiedenen Arzneipflanzen) und Baumgarten (mit 14 Arten), der zugleich Friedhof war. Anders gesagt: Der Friedhof war gleichzeitig Nutzgarten und mit verschiedensten Obstbäumen bestanden, so gehörten Tod und Leben zusammen.
Jeder ist herzlich eingeladen, durch das kleine Tor im Zaun den Garten zu betreten, zu verweilen, zu studieren oder zu meditieren und sich etwas mitzunehmen für den eigenen Gebrauch.
Auch sind wir dankbar für weitere Unterstützung. Interessierte Menschen mit Spaß am Gärtnern sind herzlich eingeladen, sich sporadisch oder regelmäßig, allein oder in der Gruppe an der Pflege des Klostergartens zu beteiligen. - Dr. Josef Mense



Kräuterküche

Die Kräuterküche ist eröffnet. Wir möchten die Kräuter unseres Klostergartens kennenlernen und verarbeiten. Aus Alant, Wermut, Baldrian und 20 weiteren Kräutern möchten wir kulinarische Genüsse zaubern. Für was sind diese Kräuter gut? Was kann man mit ihnen machen? Wer Wissen, Rezepte oder einfach Lust hat mitzumachen, meldet sich bitte bei Miriam Riemer, t. 9402480

Nächster Termin: Donnerstag, 26. November 2015, 15.00 Uhr, Gemeindehaus
Wer hat Zeit, die Apfelgelee-Gläser bei Kaffee & Keksen
zu etikettieren und mit Deckelhauben zu versehen?
Wir brauchen hierzu Bänder, Stoff und Zickzack-Scheren. Wer hat so etwas daheim und könnte es mitbringen? Servietten wären eine Alternative zum Stoff.
 
Der Gelee soll auf dem Adventsmarkt am 5. Dezember in der Klosterkirche verkauft werden. Zudem werden auch noch Dinkelkissen und Kirschkernsäckchen genäht. Hat noch jemand Kirschkerne? Der Erlös kommt dem Klostergarten zugute, den wir in 2016 beleben wollen.
Zudem brauchen wir Mitstreiter, die die Klostergarten-Schätze verkaufen. Je mehr Leute wir sind, desto kürzer wird die Standzeit für jeden.

Donnerstag, 5. November 2015, 18.30 Uhr im Gemeindehaus
Herstellung von Apfelgelee
Bereits am Vormittag hatten sich einige Frauen im Gemeindehaus eingefunden, um die von Miriam im Klostergarten geernteten Äpfel zu Saft zu verarbeiten.

Für den Abend des 5. November hatte die „Kräuterküche“ zum Apfelgelee-Kochen für den Adventsmarkt eingeladen, aber ohne eine besondere Zutat sollte es nicht sein! Der Apfel, so wurde einem bewusst, das war doch ein geradezu mythisches Obst, das die ganze Kulturgeschichte Europas durchzieht! Um diesen Spuren nachzugehen, wurde Dr. Josef Mense angefragt, und er kam mit einem Packen von Bildern, die die Rolle des Apfels beim biblischen Sündenfall im Paradies und dessen Folgen für die Marienverehrung, aber auch in der griechischen Mythologie und in Grimms Märchen bis hin zum Apple-Logo und dem Korbinians-Apfel der Dokumenta 13 illustrierten, begleitet jeweils von launigen Versen im Wilhelm Busch-Ton, die von Miriam Riemer vorgetragen wurden. Ein lehrreicher, spaßiger und ertragreicher Abend, der auch die Aufmerksamkeit der Presse fand (s. HNA-Blog: http://www.kassel-live.de/tag/nordshausen/).



Der Vortrag endete mit einem der Forschung bisher nicht bekannten eindringlichen Aufruf unseres Wittenberger Reformators.
Magister Martin Luther spricht: „Damit’s am Ende nicht gebricht, wenn ihr noch kurz vor Ladenschluss ein Apfelbäumchen setzt in Schuss:
Vergesst nicht zuzufügen zu der Erde das Produkt der Pferde!“

Der     
(
kleines Erzähltheater mit Bildern von Dr. J. Mense)


Wir sind hier in dem klösterlichen Garten
versammelt heut’ zum -Gelée-Brauen,
zu schauen, wie die holden Klosterfrauen
mit ihrer kund’gen Hand, der zarten,
des s süße Früchte-Fülle
verschließen in des Glases Hülle.
Vorweg jedoch lasst uns bedenken,
was uns die  alles schenken
an Vorstellung, Ideen, Bildern.
Drum möchte ich sogleich euch schildern,
wie einst begann die pomologische Geschichte
mit Adams Sündenfall im Paradiese
und fort bis auf die Tage heute:

Auf wundersame Weise freute der  ja die meisten Leute,
doch gab’s auch Pannen, und zwar miese.
Von beidem ich jetzt anschaulich berichte –
in einem hoch poetischen Gedichte:
 

1. Paradies
Hier seh‘n wir Eva mit den Brüsten,
von denen wir sehr gerne wüssten,
ob sie nicht gar die wahren Adams- waren ...?


2. APPLE-Logo 

Steve Jobs hat an der Frucht gebissen,
doch macht er sich d’rob kein Gewissen,
im Gegenteil – man denkt nicht klein:
Man strebt danach, wie Gott zu sein ...

3. Märchen 
a) Schneewittchen lag in ihrem Sarg,
bis sie den  frisch erbrach.
Der Königssohn freit sie geschwind,
und wenn sie nicht gestorben sind ...
b) Ins Brunnenreich taucht Goldmarie
und eilt zum Baume, welcher schrie:
„Du sollst an meinen Ästen rütteln,
um mir die  abzuschütteln!“

4. Griechische  Mythologie
a) Was hält denn Herkules, der stolze,
so schamhaft in der Hand versteckt?
Drei  sind’s vom Hesperiden-Holze,
was listenreich er ausgeheckt.
b) Der  war aus Golde rein,
„Der Schönsten“ sollte er gewidmet sein,
doch musste erst ermittelt werden,
wer diese sei im Himmel und auf Erden;
das ging nicht ohne Zank vonstatten,
und die drei Göttinnen, sie hatten
zu bieten Macht, ja Weisheit schön und fein.
Der junge Páris aber wählte die Liebe,
die ihn tief beseelte.

5. Wilhelm Tell   

Der Treffer saß, doch Freiheit ward
nach Flucht in einer kühnen Tat
erst mit dem zweiten sich’ren Schuss
gewonnen für die Schweizer Mannen –
zu traurig, dass man die Tyrannen
mit blanker Macht erst zwingen muss.

6. Isaac Newton
Mister Newton sah im Liegen
von dem Baum den  fliegen,
wozu er sich Gedanken machte
und als erstes bei sich dachte:
Wárum fliegt dies Ding hier doch
zur Erd’ und nicht zum Himmel hoch?

7. dOKUMENTA 13

d 13-Chefin Carolyn
pflanzt eigenhändig ein Bäumchen hin
in uns're Dokumenta-Stadt,
die auch schon Beuys’sche Bäume hat:
Der  des Pfarrers Korbinian
wächst nun in der Kasseler Aue heran
(… und auch im Garten der Klosterkirche,
gestiftet von Familie Tennstedt.)

8. Luther
Magister Martin Luther spricht:
„Damit’s am Ende nicht gebricht,
wenn ihr noch kurz vor Ladenschluss
ein bäumchen setzt in Schuss:
Vergesst nicht zuzufügen zu der Erde
das Produkt der Pferde!“

Dr. Mense mit seinem Apfelvortrag: Adam und Eva und der Sündenfall
     

Korbinians-Apfelbaum. Er erinnert an Pfarrer
Korbinian Aigner, der im KZ Dachau heimlich
Äpfel züchtete. Der Korbinians-Apfelbaum im
Klostergarten ist eine Spende von Prof. Tennstedt
  Herkules hält in der rechten Hand hinter dem
Rücken die drei Äpfel der Hesperiden

 
Seit Oktober 2015
trifft sich eine Gruppe Interessierter, um Produkte aus dem Klostergarten zu verarbeiten. Zuerst wurden Beinwellwurzeln zerkleinert, in zwei großen Gläsern mit reinem Alkohol bedeckt und ca.10 Tage an einen kühlen Ort gestellt. Am zweiten Abend wurden eine Tinktur und eine Salbe hergestellt.
  

  Beinwellpflanze Zerkleinerte Beinwellwurzeln in Alkohol
Flüssigkeit wird abgesiebt (die Beinwellwurzeln können für Umschläge verwendet werden)... ... und mit demineralisiertem Wasser zur Tinktur vermischt und abgefüllt für die Salbe wird Olivenöl mit Lanolin unter Rühren  erhitzt, später kommt Beinwellflüssigkeit dazu  
wiegen, erhitzen, rühren, abfüllen ... ... rühren bis die Salbe erkaltet und emulgiert  Fertige Salbe zum eigenen Verbrauch




Sommer 2015 - Impressionen aus dem Kräutergarten

Weinraute Sonnenhut Rosmarin Schafgarbe Eisenkraut
Baldrian Königskerze Beinwell Alant  
Estragon Rosmarin Salbei Salbei Zitronenmelisse
Lavendel   Heiligenkraut Artischocke Olivenkraut
       
Ringelblume        

 

Sommer 2014: Pfadfinder im Klostergarten

   

Seit längerer Zeit schon haben Pfadfinder vom BdP (Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder) in unserem Gemeindehaus eine Heimat für ihre Gruppentreffen gefunden. Als Dank dafür leisten sie wertvolle Hilfe bei der Pflege des Geländes rund um die Klosterkirche. Jetzt gab es einen besonderen Einsatz: Im Klostergarten waren die Wege zwischen den Beeten verunkrautet. Unter fachkundiger Anleitung von Frau Dr. Meister und Frau Kirschenlohr wurden die Wege mit Schaufeln ausgehoben, um mit neuem Material auf verlegter Folie verfüllt zu werden.
Die Pfadfinder vom "Stamm Artus" werden aktuell geleitet von Moritz Ewert. Sie treffen sich jeden Mittwoch zwischen 17.00 und 18.30 Uhr im Gemeindehaus und beschäftigen sich je nach Jahreszeit mit Spielen, Basteln, Geschichtenerzählen oder auch mit dem Vorbereiten von Unternehmungen. Die Älteren gehen im Sommer auf Wanderfahrt z. B. in England, Schweden, der Slowakei. Allgemeine Informationen per Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder www.stamm-artus.de

Bild rechts: einige Hobbygärtner mit Marianne Kirschenlohr (rechts Bildmitte), sie ist Ihre Ansprechpartnerin, wenn Sie mithelfen möchten t. 0561-401819



Bild unten:
neuer Grillplatz auf der Klosterwiese

 
 
 fleißiger Helfer - aus ALT wird nach viel Arbeit NEU 

 

 

Neuanlage des Klostergartens ...

 

Beet 1: Schlaf, Nerven, Beruhigung
1.1 Baldrian
1.2 Johanniskraut
1.3 Lavendel
1.4 Zitronenmelisse

Beet 2: Wundbehandlung
2.1 Beinwell
2.2 Arnica
2.3 Heil-Ziest
2.4 Ringelblume

Beet 3: Frauenleiden
3.1 Eisenkraut / Verbene
3.2 Muskateller Salbei
3.3 Schafgarbe
3.4 Kamille

Beet 4: Immunstimulans
4.1 Sonnenhut
4.2 Sauerampfer
4.3 Liebstöckel
4.4 Cardy

Beet 5: Hauterkrankungen
5.1 Nachtkerze / Königskerze
5.2 Ringelblume
5.3 Heil-Ziest
5.4 Gänseblümchen
5.5 Alant

Beet 6: Atemwege
6.1 Königskerze
6.2 Lungenkraut
6.3 Salbei
6.4 Efeu
6.5 Majoran
6.6 Spitzwegerich
6.7 Breitwegerich

Beet 7: Magen, Darm
7.1 Heiligenkraut
7.2 Bergbohnenkraut
7.3 Schafgarbe
7.4 Beifuß
7.5 Roter Sauerampfer
7.6 Wermut
7.7 Eibisch
7.8 Kamille
7.9 Pfefferminze
7.10 Weinraute

1 - Calendula officinalis = Ringelblume
2 - Artemisia vulgaris = Beifuß *)
3 - Melissa officinalis = Zitronenmelisse
4 - Hyssopus officinalis = Ysop
5 - Thymus vulgaris = Thymian *)
6 - Thymus X citrodorus = Zitronenthymian *)
7 - Rosmarinus officinalis = Rosmarin
8 - Mentha x piperta = Minze
9 - Artemisia dracunculus = Estragon

 

***)
2 - anstelle von Beifuss jetzt Majoran/Oregano
5 - zusätzlich Römische Kamille
6 - anstelle Zitronenthymian jetzt Lavendel