Klosterkirche Nordshausen Klosterkirche Nordshausen

Regelmäßige Gottesdienste sonntags 10.00 Uhr
abweichende Zeiten s. u. http://www.klosterkirche-nordshausen.de/9-aktuelles/34-gd-plan 

Bezirk Klosterkirche Nordshausen

Bezirk Mattenberg + Brückenhof

Pfarrer Dr. Markus Himmelmann
Pfarramt II Kassel Süd
Bezirk Klosterkirche
Birkenkopfstraße 2
34132 Kassel
t. 0561 81 67 62 14
Pfarrbüro 0561 401377
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Pfarrer Harald Götte
Unter dem Riedweg 1
34132 Kassel
t. 0561 492191
Fax 0561 92 09 90 36
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Sprechzeiten im Pfarrbüro der Klosterkiche

montags    9.30 - 11.00 Uhr - Pfarrer Dr. Himmelmann
dienstags  9.30 - 11.00 Uhr - Pfarrer Götte


Der Kirchenvorstand - gemeinsam für Stephanusgemeinde und Klosterkirche

 
von links nach rechts: Pfarrer Markus Himmelmann, Beate Heise, Jens Götting, Jens Schmiedel, Thomas Böhm (Vorsitzender), Miriam Riemer, Christian Jörns, Pfarrer Harald Götte - vorne von rechts nach links: Wita Klöhn, Claudia Esch, Petra Pfeiffer, Monika Piske, Sigrid Knochenhauer - Foto: Götting

 
(Zeichnung von Hoffmeister, Stich von Peschek. ca. um 1850)

Wir freuen uns über Ihr Interesse an dieser schönen alten Kirche und möchten Ihnen einige Informationen über ihre Geschichte geben.

Die evangelische Kirche in Kassel-Nordshausen war ursprünglich die Kirche eines Zisterzienserinnenklosters, das um 1250 gegründet wurde. Aus dem Jahre 1257 existiert eine Schenkungsurkunde, mit der das Kloster Ländereien und andere Einkünfte sowie das Patronatsrecht auch über die Kirche von Oberzwehren erhielt. Bis zu dieser Zeit bestand in Nordshausen eine kleine romanische Kapelle, die vermutlich um 1100 errichtet worden war. Mauersteine und zwei zugemauerte Rundbögen in der Außenwand rechts neben der Eingangstür weisen auf diesen Ursprungsbau hin, der 10 m lang, 7 m breit und 6 m hoch war. Vermutlich kurz vor 1250 wurde der Turm im spätromanisch-frühgotischen Übergangsstil errichtet. Der Dachreiter stammt aus dem Jahr 1905.

Nach dem Einzug der Nonnen wurde die Kirche mehrfach umgebaut. Um einen Nonnenchor (Empore als eigenen Andachtsraum) einzubauen, mussten die Außenmauern der Kirche erhöht werden. Später wurde die Kirche nach Osten um mehr als das Doppelte ihrer Länge erweitert auf 25,4 m. Darüber wurde ein Kreuzrippengewölbe in fünf gleichen Feldern (Jochen) errichtet. Der gerade Chorabschluss entsprach den Ordensvorschriften der Zisterzienser, die in Allem Einfachheit und Schlichtheit geboten.

Die heutige Vorhalle im Turm ist als Kriegsopfer-Gedenkstätte ausgestaltet. Sie war ursprünglich – als „gefangener“ Raum ohne das Eingangsportal, das erst 1958 dorthin verlegt wurde – die Taufhalle. Der schöne alte Taufstein stammt aus dem 16. Jahrhundert, ebenso zwei Grabsteine, die an der Wand der Turmhalle aufgestellt sind. Ein Grabstein trägt die Jahreszahl 1548, der andere erinnert an den fünften evangelischen Pfarrer von Nordshausen, Johannes Magus (Mogk), der 1581 starb. Diesen spätromanischen Raum überspannt ein kuppeliges Kreuzgewölbe, das einen Schlussstein trägt. Er zeigt in einem Kranz von acht Kleeblättern eine 24-blättrige Pfingstrose; die Pflanzen- und die Zahlen-Symbole ergeben zusammen eine verschlüsselte Kurzform des Glaubens: Aus Gottes Ewigkeit ist durch Maria Jesus in die Welt gekommen. Das niedrige Gewölbe wird gestützt von vier schönen Konsolen; die Konsole in der rechten Ecke neben der Eingangstür ist vollplastisch als männliche Figur gestaltet, deren Bedeutung unbekannt ist (vgl. Parallele in der Predigerkirche, Erfurt).

Der Kirchenraum besticht durch seine würdevolle Schlichtheit. Kaum merklich wird der Blick von den sacht ansteigenden Bögen nach oben gezogen und bleibt am Kreuzgewölbe hängen. Zwischen spitz zulaufenden Gurtbögen, die die Kirche in fünf Abschnitte aufteilen, steigt das Gewölbe empor. Von den fünf Schlusssteinen sind die beiden ersten mit einer Öffnung versehen („Ringsteine“), der mittlere trägt auf der Deckplatte eine dreifache Rose und die beiden letzten zeigen figürliche Darstellungen: Maria mit dem Kind und über dem Altarraum einen Christuskopf mit eigenwillig gestaltetem Haar: zwei „Flammen“ auf dem Haupt lassen an den Hl. Geist denken, je vier Haarbüschel zu beiden Seiten können an die acht Seligpreisungen sowie an die Auferstehung Jesu „am 8. Tag“ erinnern.

Das östlichste Gewölbefeld bildet nach der Bausitte der Zisterzienser einen rechteckig geschlossenen Chor, der am Boden um zwei Stufen erhöht ist. Das dreibahnige Maßwerkfenster zeigt die neogotische Darstellung einer Kreuzigungsgruppe (um 1884). Im mittleren Verglasungsfeld ganz unten ist der kleine Rest eines spätgotischen Bildes zu sehen, ursprünglich vermutlich eine Propheten-Gestalt, man erkennt eine über der Brust liegende Hand. Rechts neben dem Chorfenster befindet sich der Grabstein eines katholischen Propstes aus dem 15. Jahrhundert. Der romanische Taufstein links neben dem Altar stammt aus der Mitte des 13. Jahrhunderts, ist aber um 1500 überarbeitet und mit einem Wappenschild versehen worden (darauf vermutlich die Hausmarke eines Propstes aus dem Hasunger Benediktiner-Kloster). Er wurde von der lutherischen Gemeinde um 1560 entwidmet und durch den o. g. Renaissance-Taufstein ersetzt; erst 1957 ist er wiedergefunden worden.

Gegen Ende des 15. Jahrhunderts wurde das Zisterzienserinnenkloster in einen Benediktinerinnenkonvent umgewandelt und dem (Männer-)Kloster Hasungen unterstellt. Infolge der Reformation wurde das Kloster 1527 aufgelöst, und der letzte Priester, Werner Grünberg, war der erste evangelische Pfarrer an dieser Kirche. Seitdem gehört sie der Evangelischen Kirchengemeinde.

Zuletzt wurden umfangreiche Renovierungsarbeiten in zwei Bauabschnitten durchgeführt. Der Bau einer neuen Heizungsanlage ist abgeschlossen, ein neuer Bodenbelag aus Sandsteinplatten wurde aufgebracht. Das zugemauerte Nordostportal zum ehemaligen Kreuzgang hin wurde wieder geöffnet und gibt durch eine Glastür den Blick frei auf die Skulptur "Der Bote" von Gisela Eufe (Worpswede). Über den neu angelegten nördlichen Seitengang ist die Klosterkirche barrierefrei zu erreichen und ermöglicht auch Brautpaaren, Konfirmanden oder Musikern einen "Einzug" in die Kirche. Die Wieder-Einweihung wurde in einem festlichen Gottesdienst Ende September 2013 gefeiert.

(Auszug aus dem Informationsblatt "Evangelische Klosterkirche Kassel-Nordshausen" von Brigitte Schrödter-Hoffmann, Pfarrerin i. R. – aktualisiert 2014)



 Klostergedanken


Meike Wille im Dezember 2013

 

Alte Steine - Klostermauern
überdauern
das Gedankenspiel der Zeiten.
Welch Erschauern,
nahst du, Mensch,
mit schweren Schritten.
Wisse,
Gott ist in der Mitten.

 

 

 

Kreuzgang, Säulen - hohe Bögen
trennen
Schatten scharf vom Lichte.
Blicke,
himmelweit nach oben,
geben Flügel
deinen Worten.
Gott ist da,
an allen Orten.

  Klostergarten,
heilsam kräftig
Pflanzen schmücken die Natur.
Düfte tanzen
bunt im Winde.
Komm geschwinde,
lass dich nieder.
Altes Wissen auf den Lippen
schenkt uns
die Erinn'rung wieder.
Hier bist du
auf Gottes Spur.
 


Schwer im Schwunge - Klosterglocken
läuten, locken,
weithin hörbar.
Sie verkünden:
Hier ist Stille.
Platz ist längst für dich
bereit.
Glaube widersteht
der Zeit,
wächst,
denn Gottes Geist
schenkt Fülle.

 

 

 

Klostermauern - alter Glaube,
neues Hoffen.
Sieh,
der Himmel steht Dir offen.
Halte ein
in deinem Lauf.
Gott kommt liebend dir entgegen.
Willst in seine Hand
du legen
dein Vertrauen
lebst du auf.

 A
Ω
Klostermauern bergen Schätze:
altvertraute Glaubenssätze,
Melodien und Gebete.
Wenn ich solchen Raum betrete,
spüre ich
des Geistes Fülle.
Doch begrenzt ist unser Leben.
Gott nur kann den Schleier heben.
Ihn erfährst Du
in der Stille.